Vorstellung des Projekts

Das Projekt „FORLUX – Santé, adaptation et résilience des forêts de la Ville de Luxembourg“ (Gesundheit, Anpassungsfähigkeit und Resilienz der städtischen Wälder) zielt auf die Einrichtung von Versuchsflächen ab, auf denen langfristig beobachtet und gemessen werden soll, wie die städtischen Wälder auf neue Wetterbedingungen reagieren, und die den Weg für neue Strategien in der Waldbewirtschaftung ebnen werden. Es wird vom Ministerium für Umwelt, Klima und Biodiversität über den Klima- und Energiefonds finanziert.

Beobachtungsstationen zur Verbesserung des Verständnisses und zur Vorbeugung

Voraussetzung für die Entwicklung von Strategien zur Anpassung der Waldbewirtschaftung an den Klimawandel ist ein umfassendes Verständnis für die physiologische Reaktion von Bäumen auf verschiedene Faktoren wie Wasser, Kohlenstoff und Nährstoffe in Waldgebieten. Die Einrichtung von Beobachtungsstationen an mehreren für die städtischen Wälder repräsentativen Stellen bildet folglich einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zur Gewinnung dieser Erkenntnisse.

Die Beobachtungsstationen sind mit Sensoren ausgestattet, mit denen Daten zu folgenden Aspekten gesammelt werden können:

  • Baumgesundheit (Trockenstress, Überwachung von Krankheiten, Harzfluss usw.)

  • Witterungsbedingungen

  • Luftqualität

  • Sickerwassermenge

  • in Bäumen und im Boden gespeicherter Kohlenstoff

Die Messwerte werden künftig in ein eigens dafür konzipiertes Modellierungstool eingespeist, mit dem die Entwicklung der Wälder in verschiedenen Klimaszenarien und mit unterschiedlichen Formen der Waldbewirtschaftung durchgespielt werden kann.

Ziele

Mit dem Projekt FORLUX werden drei Hauptziele verfolgt, an deren Umsetzung sowohl Forschende und Fachleute für Waldbewirtschaftung als auch die Bürgerinnen und Bürger mitwirken sollen:

  1. Quantifizierung und Vorhersage der Reaktion der Wälder auf den Klimawandel
  2. Entwicklung von Strategien für die Anpassung der Waldbewirtschaftung
  3. Sensibilisierung und Einbindung der Bürger/innen in den Waldschutz

Forschungsarbeit zum Schutz der Wälder

Seit Juli 2022 ist auf dem Bambësch-Plateau eine Beobachtungsstation in Betrieb, die neben der Erweiterung des Wissensstands auch der Erarbeitung von Lösungen in verschiedenen Forschungsbereichen dient.

Klimaresilienz der Wälder 

Aufgabe der Beobachtungsstation ist es, mithilfe von Beobachtungsprotokollen betreffend den Boden, die Wurzeln, den Stamm und die Baumkrone die Reaktion der Bäume auf den Klimawandel langfristig aufzuzeichnen. Dabei werden auch die Merkmale und Eigenschaften der verschiedenen einheimischen und nicht einheimischen Arten berücksichtigt. Die Untersuchungen geben Aufschluss darüber, welchen Stressfaktoren die Wälder in Zukunft ausgesetzt sein werden und zeigen Maßnahmen für eine dementsprechende Anpassung der Waldbewirtschaftung auf.

Schutz der Grundwasservorkommen 

Der Schutz der Wasservorkommen steht in engem Zusammenhang mit der Bewirtschaftung von Waldökosystemen und ist von entscheidender Bedeutung für die Gewährleistung der Trinkwasserversorgung. Damit die möglichen Auswirkungen künftiger Trockenperioden auf die Grundwasservorkommen korrekt vorhergesagt werden können, sind eine Messung und Modellierung des Wasserhaushalts der städtischen Wälder unerlässlich. Voraussetzung dafür ist die Beobachtung und Aufzeichnung der Wetterbedingungen, Bodenfeuchtigkeit oder auch der Ergiebigkeit von Quellen vor Ort.

Interaktion zwischen Wald- und Stadtgebieten 

Wälder wirken bei Hitzewellen in Stadtgebieten temperaturregulierend und leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in angrenzenden städtischen Räumen. Andererseits können sich nahegelegene bebaute Flächen negativ auf die ökologische Funktionsfähigkeit von Wäldern auswirken, insbesondere aufgrund des städtischen Wärmeinseleffekts, der auf die Eigenschaften einer dicht bebauten Umgebung zurückzuführen ist (Absorbierung von Wärme durch die verwendeten Materialien, Behinderung der Luftzirkulation durch Gebäude, Schadstoffausstoß und Abwärme durch Fahrzeuge und Industrie usw.).

Engagement und Sensibilisierung der Bürger/innen 

Durch einen Fokus auf „Citizen-Science-Projekte“ – einen wissenschaftlichen Zugang, bei dem Bürger/innen durch die Erhebung von Daten zu wissenschaftlichen Zwecken aktiv an der Forschung mitwirken sollen – will die Stadt Luxemburg gemeinsam mit dem Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) sowie der Natur- und Forstverwaltung (ANF) zudem ein Bewusstsein für die vielfältigen Ökosystemleistungen des Waldes in der breiten Öffentlichkeit schaffen.

Anhand der ersten Ergebnisse der bereits bestehenden Versuchsstation wurden die Techniken zur Fernerkundung so angepasst, dass die räumliche Verteilung des Trockenstresses im Bambësch genau ermittelt werden konnte. Die Verknüpfung von lokalen, mittels der Versuchsstationen vorgenommenen Messungen mit regionalen, mithilfe von Techniken zur Fernerkundung angefertigten Darstellungen ist einer der Ansätze, die Maßnahmen zur Anpassung der Waldbewirtschaftung an die künftigen klimatischen Störungen aufzeigen sollen.